B-Jugend: Spitzen-Spiel vor Spitzen-Kulisse

Manch einer der Mitreisenden wird sich in Hinblick auf den warmen und sonnigen Frühlingstag  gefragt haben, ob es nichts Besseres zu tun gibt, als Samstagnachmittag in der wohltemperierten HBI Arena in Oranienburg „abzuhängen“. Angesichts der dann folgenden intensiven, spannenden und von beiden Fanlagern euphorisch unterstützten Auseinandersetzung zwischen dem Tabellenersten und –zweiten der Brandenburgliga lautete die Antwort jedoch ganz klar: Nö! Nach Ablauf der Spielzeit trennte sich der SSV vom Oranienburger HC mit einem über 50 min umkämpften und leistungsgerechten 22:22.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war eindeutig, der SSV konnte nach dem Remis am letzten Spieltag gegen die HSG RSV Teltow/ Ruhlsdorf nicht mehr aus eigener Kraft die Tabellenführung übernehmen, aber es galt nach der mehr als unglücklichen Heimniederlage gegen den OHC zu zeigen, dass man es besser kann. Die B-Jugend konnte dabei auf den fast vollständigen Kader zurückgreifen. Lediglich die Torwartposition war wegen Christians Verhinderung nur einfach besetzt und auch Erik musste auf Grund einer Trainingsverletzung kurzfristig passen.

Nach Anwurf durch den OHC konnte unsere Mannschaft gleich den ersten Angriff des Gegners abfangen und im Gegenzug mit 0:1 in Führung gehen. Oranienburg antwortete jedoch prompt und erzielte nur Sekunden später den sofortigen Ausgleich. Bis zum 4:4 wurde praktisch jeder Angriff mit einem Torerfolg der jeweiligen Mannschaft beendet. Kleinste Ungenauigkeiten im Zuspiel und Torabschluss nutzten die Oranienburger in der Folgezeit sofort gnadenlos aus und zogen kurzfristig auf 7:4 davon. Im Gegensatz zum vorherigen Spieltag verfiel der SSV aber nicht in Hektik. Mit einer erstaunlichen nervlichen Stabilität und mannschaftlicher Geschlossenheit konnten die Falkenseer weiter gegen- und somit den Abstand stabil halten. Beim  Spielstand von 15:12 ging es zur physischen und psychischen Regeneration in die Halbzeitpause.

Im 2. Durchgang war das Momentum zunächst auf unserer Seite. Mit enormer Laufbereitschaft, Durchsetzungsvermögen und einem 1:5-Lauf ging Falkensee 7 min nach Wiederanpfiff erneut in Führung (16:17). Die Defensive stand nun noch stabiler, ohne die beiden Spielmacher des OHC jedoch vollends in den Griff zu bekommen. Spätestens jetzt war auch das Hallenpublikum voll auf Betriebstemperatur. In dem nun offenen Spiel wurden beide Mannschaften mit Trommeln und Tröten zu möglichen Bestleistungen angetrieben. Doch weder der SSV noch der OHC vermochten sich entscheidend abzusetzen. Die Zwischenstände von 18:18, 20:20 und 21:21 zeugen von einer mehr als ausgeglichenen Schlussphase. Also sollte auch diesmal wieder (wie schon im Hinspiel) ggf. das letzte Quäntchen Glück entscheiden. Falkensee ging in der 49. Spielminute zunächst mit 21:22 in Führung. Im Gegenzug konnte Oranienburg per berechtigtem Strafwurf wieder ausgleichen. Der SSV hatte nun Gelegenheit, die letzten 45 Sekunden der Spielzeit für eine Entscheidung zu seinen Gunsten zu nutzen. Der etwas zu frühe Wurfversuch unter Bedrängnis verfehlte jedoch den gegnerischen Kasten. Aber auch der OHC konnte die verbleibenden Sekunden nicht mehr zum Torerfolg nutzen. Das Spiel endete somit mit einem für beide Seiten gerechten Unentschieden (22:22).

Fazit: Die Mannschaft des SSV hat in dieser Saison zum ersten Mal unter Druck wirklich durchgängig über die gesamte Spielzeit von 50 min geliefert. Es war ein Spiel des Willens und der Leidenschaft mit einem am Ende verdienten Ergebnis. Es bleibt zu hoffen, dass wir aus diesem Spiel die nötigen Schlüsse für die verbleibenden Partien ziehen, denn insbesondere die bevorstehenden Aufgaben gegen Eberswalde und Ludwigsfelde werden definitiv nicht einfacher. Auf Grund der heute gezeigten geschlossenen Mannschaftsvorstellung verbietet es sich eigentlich, einzelne Spieler hervorzuheben. Körpersprache, Einsatzwille und physische Präsenz stimmten bei allen Beteiligten. Einzig Fabian‘s hervorragendes Punktspiel-Debüt für den SSV mit 6 Treffern sollte dann aber doch Erwähnung finden und macht Hoffnung auf mehr.

An dieser Stelle gehen unsere Glückwünsche auch an den OHC. Die Meisterschaft dürfte den Oranienburgern trotz der noch ausstehenden 4 Spieltage angesichts des noch zu absolvierenden Restprogramms wohl nicht mehr zu nehmen sein. Auch wenn der OHC viele seiner Spiele mit „Dusel“ und der Minimaldifferenz von einem Tor gewonnen hat, steht er doch nicht unverdient an der Tabellenspitze. Auch solche engen Spiele müssen erstmal mit Nervenstärke und dem nötigen Spielvermögen gewonnen werden. Die bisherige Saisonleistung des OHC ohne Niederlage imponiert umso mehr, als man bedenkt, dass die Oranienburger überwiegend mit dem jüngeren 2001-er Jahrgang antreten. Es wäre jedoch angesichts der jetzigen Tabellensituation wünschenswert, wenn der OHC trotz einer verkraftbaren Niederlage auch die restlichen Partien mit unverminderten Elan angeht, um Wettbewerbsverzerrungen insbesondere im Kampf um die Vize-Meisterschaft zu vermeiden.

Nachtrag: Ein besonderer Dank gilt unserer neuen, trommelnden Auswärts-Kapelle, die unter vollstem körperlichen Einsatz über die gesamte Spielzeit hinweg ein fast vollständiges Repertoire an gängigen Motivations-Rhythmen dargeboten und sich damit uneingeschränkt für weitergehende Aufgaben qualifiziert hat. Jungs, Ihr seid auch für die nächsten Wochenenden gebucht! Wir freuen uns auf Euren nächsten Auftritt (Heimspieltermin: Samstag, 11.03.2017, 14.00 Uhr in der Stadthalle gegen den 1. SV Eberswalde).

Für den SSV rannten und kämpften: Paul (TW) – Fabian (6), Mats (1), Cedrik, Nils, Martin (1), Gerhard, Niklas (4), Tom (8), Justin (2), Marco, Tim, Julian, Erik

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